Auswärtssieg wird zur Nebensache – Schock um Kapitän L. Hamann

Der TSV Bardowick gewinnt sein Auswärtsspiel beim VfL Breese-Langendorf mit 3:1 und nimmt verdient drei Punkte mit nach Hause. Angesichts zahlreicher hochkarätiger Möglichkeiten hätte das Ergebnis sogar deutlich höher ausfallen können. Doch nach dem Abpfiff sprach kaum noch jemand über das Sportliche: Eine schwere Verletzung von Kapitän L. Hamann in der Schlussphase überschattete den Auswärtserfolg.

Die Bardowicker starteten mit hoher Intensität in die Partie und setzten die Gastgeber durch aggressives Gegenpressing von Beginn an unter enormen Druck. Immer wieder gelangen frühe Ballgewinne, sodass sich das Geschehen in den ersten Minuten fast ausschließlich in der Hälfte der Breeser abspielte.

In der 8. Minute folgte die erste hundertprozentige Möglichkeit. M. Kuhlmann öffnete das Spiel mit einem starken Ball auf L. Kaufmann. Dieser setzte sich auf dem Flügel im Eins-gegen-eins durch und brachte den Ball flach in den Strafraum. J. Neumann kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, traf allerdings den bereits am Boden liegenden Breese-Keeper N. Sonnengrün. Der Schlussmann der Gastgeber sollte im weiteren Spielverlauf noch mehrfach im Mittelpunkt stehen.

Nur eine Minute später fast die identische Situation: Wieder setzte sich Kaufmann über außen durch und spielte scharf ins Zentrum, diesmal verpasste J. Neumann knapp.

In der 11. Minute fiel dann die längst verdiente Führung. Ein traumhaft herausgespielter Angriff über R. Meyer und M. Akkus brachte L. Hamann in Position. Meyer spielte den Ball tief auf den Bardowicker Kapitän, der frei vor dem Tor die Ruhe behielt und zum 1:0 einschob.

Umso überraschender fiel in der 15. Minute der Ausgleich. L. Ahrens bekam den Ball zunächst nicht konsequent geklärt, anschließend fehlte die Abstimmung beim Bardowicker Torwart C. Glebke. Auch L. Holzhütter konnte die Situation nicht bereinigen und vertändelte. den Ball leichtfertig. Der Ball landete schließlich bei J. Zuther, der aus rund 25 Metern direkt abzog und zentral zum 1:1 traf.

Die Antwort hätte keine 60 Sekunden später folgen müssen. Hamann war frei durch und legte quer auf M. Akkus, dessen Abschluss allerdings zu schwach geriet und erneut beim bereits liegenden Sonnengrün landete. Eine riesige Möglichkeit zur erneuten Führung.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Nach einem Fehlpass von M. Zeugner kam Breese plötzlich selbst zur Großchance. M. Lange tauchte frei vor C. Glebke auf, doch der Bardowicker Keeper reagierte stark und verhinderte den Rückstand.

In der 22. Minute musste J. Neumann angeschlagen vom Platz. Für ihn kam D. Öker – und der sollte dem Bardowicker Angriffsspiel noch einmal einen zusätzlichen Schub verleihen.

Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung war Öker erstmals mittendrin. L. Ahrens flankte auf den zweiten Pfosten, D. Öker legte gut in den Rückraum auf L. Kaufmann ab, dessen Abschluss mit leichter Rücklage über das Tor ging.

In der 28. Minute folgte die nächste Großchance. Breese spielte unsauber ins Zentrum, L. Kaufmann sammelte den Ball ein, setzte sich gegen J. Seipelt durch und legte auf M. Akkus quer. Doch auch dessen Abschluss brachte Sonnengrün mit einer starken Parade nicht am Keeper vorbei. Spätestens jetzt betrieben die Bardowicker regelrechten Chancenwucher.

Nach einer guten Verlagerung kam D. Öker in der 31. Minute zum Abschluss, verzog jedoch knapp am langen Pfosten.

Dann endlich das 2:1: D. Öker setzte sich im Strafraum stark im Eins-gegen-eins durch und überlupfte den herauskommenden Sonnengrün gefühlvoll. Ein technisch starker Abschluss der Bardowicker Nummer 17 und die hochverdiente erneute Führung.

Doch Bardowick ließ weiter beste Möglichkeiten liegen. In der 37. Minute steckte R. Meyer auf L. Kaufmann durch, der M. Akkus bediente. Dieser traf den Ball im Zentrum jedoch nicht voll – eigentlich hätte hier bereits die Vorentscheidung fallen müssen.

Auch ein Breese-Freistoß in der 41. Minute entwickelte sich letztlich zur Bardowicker Konterchance. M.Akkus setzte sich gut durch, fand aber erneut seinen Meister im starken Sonnengrün.

In der 44. Minute musste dann eigentlich das 3:1 fallen. M. Kuhlmann spielte einen seiner starken öffnenden Bälle auf D. Öker. Der nahm das Zuspiel mit einem hervorragenden ersten Kontakt direkt in die Bewegung mit und bediente R.Meyer flach vor dem Tor. Völlig frei setzte dieser seinen Abschluss jedoch über das Gehäuse.

Selbst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ergab sich nach einer Breese-Ecke noch eine Kontermöglichkeit. M. Akkus flankte auf D. Öker, dessen schwieriger Abschluss über das Tor ging.

Es war beinahe unglaublich, dass es angesichts dieser Vielzahl an hochkarätigen Möglichkeiten zur Pause lediglich 2:1 für Bardowick stand.

Nach dem Seitenwechsel meldete sich Breese zunächst mit einem Freistoß zurück, den Glebke sicher entschärfte.

In der 61. Minute dann eine der wenigen Nachlässigkeiten der Bardowicker Hintermannschaft. E. Kozybayev, der bei seinem Startelfdebüt ansonsten eine starke Leistung zeigte, klärte eine Situation nicht konsequent. P. Schneeberg kam zum Abschluss, stellte C. Glebke damit allerdings vor keine größeren Probleme.

Eine Minute später folgte auf der anderen Seite der nächste Hochkaräter. D. Öker setzte sich im Eins-gegen-eins durch und kam im Strafraum zum Abschluss – Latte! M. Akkus stand beim zweiten Ball richtig, setzte seinen Drehschuss jedoch über das Tor.

Und das Aluminium war noch nicht fertig: In der 66. Minute brachte L. Holzhütter einen Freistoß in den Strafraum, M. Kuhlmann stieg hoch und köpfte den Ball ebenfalls an die Latte. Bardowick ließ weiterhin Chance um Chance liegen.

In der 69. Minute wechselte das Trainerteam doppelt. M. Zeugner und L. Holzhütter verließen den Platz, M. Weber und L. Werner kamen in die Partie. Für M. Zeugner war es zugleich sein letzter Einsatz im Bardowicker Trikot.

In der 76. Minute hatten die Gäste dann etwas Glück. Nach einem harten Zweikampf von M. Kuhlmann im eigenen Strafraum forderten die Gastgeber einen Elfmeter. Der Pfiff blieb aus – über einen Strafstoß hätte sich Bardowick in dieser Situation allerdings nicht beschweren dürfen.

Eine Minute später verließ R. Meyer den Platz, für ihn kam P. Voß.

Und Bardowick ließ weiter beste Gelegenheiten liegen. In der 80. Minute setzte sich L.Kaufmann mit einem starken Solo nahezu gegen die komplette Breese-Hintermannschaft durch und stand schließlich frei vor Sonnengrün. Doch erneut blieb der Schlussmann Sieger. Die Gastgeber konnten sich zu diesem Zeitpunkt vor allem bei ihrem Torhüter bedanken, dass die Partie noch nicht längst entschieden war.

Dann endlich die Erlösung: Der nach seiner Einwechslung auffällige D. Öker setzte sich erneut stark durch und brachte den Ball scharf in die Mitte. M. Akkus hielt den Fuß hinein, ehe der Ball letztlich über T. Draeger den Weg ins Tor fand – 3:1 für Bardowick! Die längst überfällige Entscheidung.

Schockmoment in der Schlussphase

Was anschließend passierte, ließ das sportliche Ergebnis jedoch schlagartig in den Hintergrund rücken.

In der Schlussphase setzte Kapitän L. Hamann noch einmal mit voller Entschlossenheit nach, eroberte den Ball und fiel dabei äußerst unglücklich auf seinen Ellenbogen. Sofort war zu erkennen, dass es sich um eine ernsthafte Verletzung handelte. Hamann hatte sich den Ellenbogen ausgekugelt.

Die Partie musste für rund 20 Minuten unterbrochen werden. Die Bardowicker Spieler standen sichtlich geschockt auf dem Platz, während ihr Kapitän medizinisch versorgt und anschließend mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde.

Mittlerweile steht fest, dass die Verletzung schwerwiegender ist und L. Hamann dem TSV voraussichtlich für längere Zeit fehlen wird. An dieser Stelle tritt das Sportliche vollkommen in den Hintergrund.

Lieber Leon, die gesamte TSV-Familie wünscht dir eine schnelle und vollständige Genesung. Komm schnell wieder auf die Beine, Capitano! 💚

Nach der langen Unterbrechung wurde die Partie noch zu Ende gebracht. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr: Der TSV Bardowick gewinnt beim VfL Breese-Langendorf mit 3:1.

Ein Ergebnis, das den tatsächlichen Spielverlauf kaum widerspiegelt. Bardowick hätte die Begegnung angesichts der Vielzahl klarster Torchancen wesentlich früher und deutlicher entscheiden müssen. Dennoch bleiben neben den drei Punkten vor allem die hohe Intensität, das aggressive Gegenpressing und die vielen stark herausgespielten Möglichkeiten als positive sportliche Erkenntnisse.

Das Video, das uns freundlicherweise von Harry Sommer übermittelt wurde, zeigt das 3. Bardowicker Tor.

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