Der TSV Bardowick ist in der 1. Runde des Bezirkspokals ausgeschieden. In einer intensiven und über weite Strecken ausgeglichenen Partie unterlagen die Bardowicker dem MTV Römstedt mit 2:3. Besonders bitter: Der entscheidende Treffer fiel erst in der Schlussphase, als sich vieles bereits auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatte.
Die Bardowicker starteten furios und mit hoher Intensität in die Begegnung. Durch aggressives Anlaufen wurde Römstedts Keeper N. Sore früh unter Druck gesetzt und zu einem zu kurzen Zuspiel gezwungen. Der TSV war sofort zur Stelle, der anschließende Abschluss konnte jedoch noch geblockt werden.
Römstedt agierte zunächst abwartender, stand etwas tiefer in der Pressinglinie und lauerte auf Umschaltmomente. Einen solchen hatte der MTV erstmals in der 14. Minute, als J. Malina den Ball nur knapp am langen Pfosten vorbeisetzte.
Auf der anderen Seite erspielten sich die Bardowicker zunehmend gute Möglichkeiten. Nach einem starken Ballgewinn von L. Hamann kam D. Öker in der 15. Minute zum Abschluss, verfehlte das lange Eck jedoch knapp. Wenig später versuchte es T. Kathmann mit einem Schlenzer, der ebenfalls knapp am langen Pfosten vorbeiging.
Die bis dahin größte Chance zur Führung folgte in der 22. Minute. Eine gute Flanke erreichte am zweiten Pfosten den durchgelaufenen M. Kuhlmann, der aus rund fünf Metern über das Tor abschloss. Der Ball sprang unmittelbar vor seinem Abschluss noch einmal auf und war dadurch schwer zu nehmen – dennoch lag hier die Bardowicker Führung in der Luft.
Stattdessen schlug Römstedt zu. Nach einer starken Einzelaktion brachte J. Malina den MTV mit 0:1 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt kam der Treffer durchaus etwas aus dem Nichts.
Das Tor gab den Gästen allerdings Auftrieb. Nach einem Ballverlust von L. Kaufmann unmittelbar vor dem eigenen Strafraum konnte dieser P. Knacke nur noch mit einem Foul stoppen. Der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß zum 0:2. C. Glebke war noch am Ball – der Elfmeter war keineswegs unhaltbar platziert. Knacke zeigte dennoch, warum er zu den auffälligsten Akteuren der Römstedter gehörte und für den MTV ein echter Unterschiedsspieler sein kann. Der Offensivspieler war erst kurz zuvor vom 1. Vorsitzenden und Mäzen D. Mennerich für den MTV Römstedt verpflichtet worden und fügte sich direkt als wichtiger Faktor in die Mannschaft ein.
Doch die Antwort des TSV ließ nicht lange auf sich warten – und die hatte es in sich. Kapitän L. Hamann fasste sich in der 38. Minute aus rund 35 Metern ein Herz und jagte den Ball sehenswert in den oberen Winkel. Ein Traumtor zum 1:2-Anschlusstreffer und gleichzeitig das Signal: Bardowick war wieder voll im Spiel.
Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause.
Zur zweiten Hälfte reagierten die Bardowicker personell. Für den formschwachen P. Voß kam M. Zeugner in die Partie. Der TSV erhöhte nun den Druck und machte deutlich, dass man den Ausgleich unbedingt wollte.
Zunächst hatte Römstedt über D. Böhm eine gute Gelegenheit, dessen Hereingabe jedoch keinen Abnehmer fand. Auf der Gegenseite wurde es nach einer Bardowicker Ecke gefährlich. Am langen Pfosten lauerte M. Zeugner, nahm den geklärten Ball volley und verfehlte das Tor nur knapp.
In der 60. Minute folgte ein dreifacher Wechsel bei den Bardowickern: D. Dovas, L. Kaufmann und J. Werner gingen vom Feld, dafür kamen R. Meyer, L. Ahrens und L. Holzhütter in die Partie.
In der 64. Minute belohnte sich der TSV schließlich. Nach einem guten Abschluss von L. Hamann gab es Ecke. Römstedt konnte diese zunächst klären, doch im Rückraum stand T. Kathmann goldrichtig. Mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß traf er satt ins lange Eck – 2:2!
Nach dem Ausgleich reagierte auch der TSV erneut: M. Bösch brachte M. Akkus für D.Öker.
Spätestens jetzt waren die Bardowicker die bessere Mannschaft. Der TSV hatte mehr vom Spiel und wirkte auch körperlich zunehmend frischer. Der Druck auf die Römstedter Defensive wurde größer, ohne dass daraus zunächst die ganz zwingenden Möglichkeiten entstanden.
Kurz vor Schluss meldeten sich dann noch einmal die Gäste zurück. V. Schulz kam am kurzen Pfosten zum Abschluss, doch C. Glebke hielt das 2:2 mit einem starken Reflex fest.
Alles deutete nun auf ein Elfmeterschießen hin. Doch die letzte entscheidende Aktion der Partie gehörte dem MTV.
Nach einem eigentlich schon sicher geglaubten Ball hatte R. Lazo-Garcia die Möglichkeit zu klären, versuchte jedoch, V. Schulz im Zweikampf vom Ball fernzuhalten. Das misslang gänzlich und führte zu einem Freistoß für die Gäste. In dieser Phase des Spiels muss der Ball geklärt werden. Die anschließende Hereingabe köpfte Schulz zunächst an die Latte, den Abpraller verwertete R. Milling per Kopf zum 2:3. In dieser Situation verteidigten die Bardowicker nicht konsequent genug und mussten mit der letzten Aktion den bitteren Gegentreffer hinnehmen.
So endet eine intensive Pokalpartie mit einem 2:3 aus Bardowicker Sicht. Der Sieg der Römstedter ist über die gesamte Begegnung betrachtet nicht unverdient, aufgrund des späten Zeitpunktes des entscheidenden Treffers aber durchaus glücklich.
Für den TSV bleibt erneut die Erkenntnis, dass man mit einem ambitionierten Gegner absolut auf Augenhöhe agieren kann. Die Bardowicker zeigten Moral, kämpften sich nach einem 0:2-Rückstand zurück und waren insbesondere in der zweiten Halbzeit die agilere Mannschaft. Am Ende fehlte jedoch erneut die letzte Konsequenz, um eine gute Leistung auch in ein entsprechendes Ergebnis umzumünzen.
Endstand: TSV Bardowick – MTV Römstedt 2:3 (1:2)
Spielverlauf: 0:1 – (28.) Juri Malina (MTV Römstedt) 0:2 – (35.) Paul Knacke (MTV Römstedt) 1:2 – (36.) Leon Hamann 2:2 – (64.) Tim Kathmann 2:3 – (91.) Rouven Milling (MTV Römstedt) TSV Bardowick: Glebke – Kuhlmann, Lazo-Garcia, M. Neumann, Voß (46. Zeugner) – Dovas 60. Ahrens), L. Hamann, Werner (64. Holzhütter) – Kathmann, L. Kaufmann (60. R. Meyer), Öker (70. Akkus)



