Ein großer Pokalabend endet mit einem späten Siegtreffer für die „Asseln“ aus Drochtersen. Vor rund 400 Zuschauern entwickelte sich ein intensives und hochklassiges Bezirkspokal-Endspiel mit allem, was den Pokalfußball ausmacht.
Der designierte Meister der Landesliga startete mit viel Tempo und Intensität in die Partie. Bereits nach zwei Minuten zeigte der Schiedsrichter die erste Gelbe Karte des Spiels gegen L. Ahrens, der den ansonsten von ihm komplett abgemeldeten T. Gülüm nur mit einem Foul stoppen konnte. Es sollte die einzige Szene bleiben, in der sich T. Gülüm entscheidend durchsetzen konnte. Danach zeigte der linke Verteidiger der Bardowicker allerdings eine starke Partie und setzte auch offensiv immer wieder Akzente.
Die Bedeutung des Spiels und die beeindruckende Kulisse waren den Bardowickern in der Anfangsphase anzumerken. Kleine Abspielfehler und technische Ungenauigkeiten prägten zunächst das Spiel der Grün-Weißen. In der 7. Minute dann die erste große Chance – und direkt die Führung für Drochtersen. Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum landete der Ball mit etwas Glück im langen Eck zum 0:1. Zuvor hätte man durchaus auf ein Foulspiel an H. Liedtke entscheiden können. Aus Bardowicker Sicht war das ein klares Vergehen. Insgesamt ließ der Schiedsrichter jedoch viel laufen und verfolgte eine klare Linie, wodurch sich ein intensiver, aber jederzeit fairer Pokalfight entwickelte.
Nach dem Rückstand fanden die Bardowicker immer besser ins Spiel. Spielerisch und technisch agierte man nun auf Augenhöhe mit dem Favoriten und übernahm zunehmend die Kontrolle. Drochtersen zog sich immer weiter zurück. Die erste gute Möglichkeit für Bardowick hatte L. Hamann in der 27. Minute. Sein Schuss aus der zweiten Reihe wurde jedoch sicher vom Drochterser Keeper F. Klinkmann pariert. Vier Minuten später konnte T. Kathmann an der Strafraumkante nur durch ein Foul von J. Baase gestoppt werden. Der anschließende Freistoß von T. Glüsing war allerdings zu zentral und stellte Klinkmann vor keine größeren Probleme.
In der 33. Minute dann die bis dahin größte Chance der Bardowicker: M. Neumann flankte präzise auf D. Dovas, dessen Kopfball allerdings zu zentral geriet. Nur zwei Minuten später gab es erneut einen Freistoß aus aussichtsreicher Position. Diesmal trat L. Hamann an, doch auch sein Versuch war zu ungefährlich. Insgesamt blieben die Standardsituationen der Bardowicker an diesem Abend hinter den Erwartungen zurück.
Drochtersen setzte in dieser Phase fast ausschließlich auf Umschaltmomente, die jedoch von der starken Bardowicker Defensive um H. Liedtke und M. Zeugner konsequent verteidigt wurden.
Dann die 45. Minute – der verdiente Ausgleich. L. Hamann setzte sich auf der halblinken Seite stark durch und flankte hinter die Kette. Keeper F. Klinkmann konnte den Ball nur nach vorne abwehren, wo M. Neumann goldrichtig stand und in echter Stürmermanier zum 1:1 einschob. Mit dem verdienten Ausgleich ging es in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Bardowicker die aktivere Mannschaft. Die erste Chance der Drochterser in Hälfte zwei wurde stark von M. Neumann geblockt.
In der 59. Minute musste D. Dovas leicht angeschlagen vom Feld, für ihn kam L. Kaufmann ins Spiel.
Bardowick drängte nun zunehmend auf die Führung. Ein Klassenunterschied war längst nicht mehr zu erkennen – im Gegenteil: Die Bardowicker waren nun die bessere Mannschaft. Die beste Möglichkeit hatte erneut L. Hamann, der eine starke Flanke von T. Glüsing gut verarbeitete, beim Abschluss jedoch einen Moment zu lange zögerte. Der Schuss wurde geblockt – das hätte die Führung sein können. In der 67. Minute wurde es nach einer Ecke der Drochterser gefährlich, doch im Gewühl konnte der Ball geklärt werden. Kurz darauf wechselte Bardowick erneut: Für L. Ahrens kam D. Öker ins Spiel. In der 75. Minute dann der große Schreckmoment: Drochtersen führte einen Freistoß schnell aus, der Ball klatschte an die Latte. Es folgten weitere Wechsel: J. Werner machte Platz für J. Hauschildt, wenig später kam L. Mandel für T. Glüsing.
In der 82. Minute erhielt Bardowick nochmals einen Freistoß aus zentraler Position rund 20 Meter vor dem Tor. M. Zeugner übernahm diesmal die Verantwortung, setzte den Ball jedoch ungefährlich über das Tor.
In der Schlussphase warfen die Bardowicker noch einmal alles nach vorne. In der 88. Minute setzte sich D. Öker nach einem starken Sprint über den halben Platz durch und konnte erst kurz vor dem Strafraum gestoppt werden. Der folgende Freistoß brachte erneut nichts ein.
Dann die bittere 90. Minute: Ein Ball konnte nicht konsequent aus dem Strafraum geklärt werden. Nach einer Hereingabe landete der Ball bei J. Budde, der sich drehte und zum 1:2 traf. Großer Jubel bei den Drochtersern – die gesamte Bank stürmte auf den Platz. Doch die Bardowicker gaben sich nicht auf. Direkt nach Wiederanpfiff setzte sich D. Öker nochmals stark im Strafraum durch, sein Abschluss auf den kurzen Pfosten war jedoch zu harmlos.
Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff. Die Bardowicker Spieler sanken enttäuscht zu Boden. Nach einer starken und leidenschaftlichen Leistung wäre an diesem Abend mehr möglich gewesen – vielleicht sogar der Sieg. Drochtersen zeigte jedoch seine Qualität und nutzte die wenigen Chancen eiskalt. Glückwunsch an Drochtersen zum Double.
Trotz der Niederlage war der Auftritt der Bardowicker ein echtes Aushängeschild für den Fußball in der Region Lüneburg. Chapeau!



